Manche Reisen beginnen mit Fernweh. Unsere begann mit Herzklopfen, einem sorgfältigen Zuchtplan und einer großen Hoffnung: Samba de Janeiro de la Hacienda Pura Vida sollte in Schweden Eternity’s Vali treffen. Rund 1.700 Kilometer lagen vor uns. Doch wenn man von einer Verpaarung überzeugt ist und sich für seine Hündin genau diesen Rüden wünscht, fühlt sich selbst eine solche Entfernung nicht wie ein Hindernis an – sondern wie der Weg zu einem Herzensziel.
Aufbruch Richtung Norden
Am 8. September 2026 war es endlich so weit. Mittags kam Günter zu uns, wir verstauten seine Sachen im Wohnmobil und machten uns gemeinsam auf den Weg. Mit jedem Gepäckstück stieg die Aufregung: Hatten wir an alles gedacht? Würde der Zeitpunkt passen? Und wie würde Samba auf Vali reagieren? Zwischen Vorfreude und Anspannung rollten wir Richtung Norden zum Zwinger Eternity‘s in Schweden.
Der Zwinger Eternity’s ist international bekannt, man findet ihn in vielen Zuchtbüchern auf der ganzen Welt wieder. Seit 1988 züchten Karin und Jesper Andersson Belgische Schäferhunde. Über 30 Jahre Zuchterfahrung und sie teilen ihr Wissen gern. Bei unserem ersten Besuch 2025 wurden wir schon sehr herzlich von beiden aufgenommen und konnten schon viele Gedanken austauschen. Jesper ist seit 1996 auch FCI-Spezialrichter für Belgische Schäferhunde.
Die ersten Stunden verlangten uns einiges ab: dichter Verkehr, Fahrerwechsel, ein hartnäckiger Stau auf der A2 und schließlich Dauerregen auf der A7. Kurz vor Mitternacht überquerten wir nach einer Ausweiskontrolle die Grenze nach Dänemark. Gegen zwei Uhr morgens waren die Augen schwer und die Konzentration ließ nach. Auf einem Rastplatz gönnten wir uns einen dringend benötigten Powernap, bevor es um sechs Uhr weiterging.
Am Vormittag erreichten wir Schweden. Dieser Moment fühlte sich trotz der Müdigkeit besonders an: Wir waren unserem Ziel plötzlich ganz nah. Sambas regelmäßige Gassirunden bestimmten weiterhin unseren Rhythmus. Bei Lomma vertraten wir uns erstmals auf schwedischem Boden die Beine. Später führte uns eine Umleitung über kleinere Straßen, vorbei an weiten Landschaften und immer neuen Ausblicken – Bilder, die uns die Strapazen der Nacht schnell vergessen ließen.


FOTOs: Erste Eindrücke aus Schweden und eine Pause unterwegs
Ankommen am Hjälmaren
Am 9. September um 16:34 Uhr erreichten wir endlich den Fiskeboda Camping. Unser Stellplatz lag traumhaft direkt am Hjälmaren. Nach den vielen Stunden auf der Straße standen wir einfach einen Moment da, blickten über das Wasser und atmeten tief durch. Die Ruhe des Sees war wie ein Gegenpol zur langen, anstrengenden Fahrt. Wir waren angekommen.
Am Abend besuchte uns Karin und brachte Vali mit. Auf diesen Augenblick hatten wir so lange hingearbeitet. Vali zeigte sich interessiert und sympathisch – doch Samba ließ keinen Zweifel daran, dass ihre Zeit noch nicht gekommen war. Natürlich hätten wir uns sofort ein klares Zeichen gewünscht. Gleichzeitig waren wir erleichtert, früh genug aufgebrochen zu sein. Nach 1.700 Kilometern wollten wir den entscheidenden Moment auf keinen Fall verpassen.
Geduld, Vertrauen und der richtige Zeitpunkt
Am nächsten Vormittag trafen wir uns bei Jesper zu Hause. Wir beobachteten Samba genau, suchten in jeder kleinen Geste nach einem Zeichen und fragten uns, ob die lange Autofahrt sie vielleicht gestresst hatte. Doch die Antwort war eindeutig: Wir waren weiterhin zu früh. Also hieß es warten – etwas, das bei so viel Hoffnung erstaunlich schwerfallen kann.
Jesper organisierte kurzfristig einen weiteren Progesteron-Test in der AniCura-Klinik in Katrineholm. Weil dies Sambas erster Wurf werden sollte, wollten wir nichts dem Zufall überlassen. In der Klinik wurden wir bereits erwartet. Alles verlief ruhig, professionell und herzlich – und Samba blieb wunderbar entspannt. Ihre Gelassenheit übertrug sich ein wenig auf uns.
Die Tage des Wartens füllten sich mit Begegnungen, Gesprächen und großer schwedischer Gastfreundschaft. Bei den Anderssons waren wir zum Abendessen eingeladen. Zwischen Fisch, Kartoffeln, Bohnen und einem typisch schwedischen Dip wurde natürlich ausführlich gefachsimpelt. Es tat gut, unsere Gedanken und Hoffnungen mit Menschen zu teilen, die dieselbe Leidenschaft verstehen.
An den folgenden Tagen zeigte sich Schweden von seiner schönsten Seite. Bei herrlichem Wetter gingen wir mit Samba am See entlang und machten einige Touristentrips, z.B. Julita Gård und die weitere Umgebung. Die Landschaft, das Licht und die tiefe Ruhe halfen uns, nicht ständig auf die Uhr zu schauen. Abends gingen wir „typisch schwedisch“ Pizza essen – selbstverständlich bezahlt in schwedischen Kronen 😉 . Später kamen noch handgeschälte Shrimps und Fish ’n’ Chips hinzu. Es waren leichte, fröhliche Stunden mitten in einer Zeit voller Erwartung.







FOTOS: Stellplatz am Hjälmaren, Spaziergänge am See und Essen, Julita Gård
Das Happy End unserer Schwedenreise
Am frühen Abend des 13. September war der ersehnte Augenblick endlich da: Die erste Deckung von Samba und Vali war erfolgreich. In diesem Moment fiel all die Anspannung von uns ab – die Planung, die vielen Kilometer, das Warten und die Sorge, den richtigen Zeitpunkt zu verpassen. Am nächsten Vormittag folgte die zweite Deckung, ebenfalls erfolgreich. Unsere Freude und Erleichterung waren kaum in Worte zu fassen.
Unser Herzensziel war erreicht: Samba de Janeiro de la Hacienda Pura Vida und Eternity’s Vali hatten zueinandergefunden.

FOTO: Samba und Vali gemeinsam
Zurück nach Hause
Am 14. September gegen 13 Uhr machten wir uns auf den Heimweg. Der Abschied fiel uns nicht leicht. Hinter uns lagen intensive Tage, vor uns erneut viele Stunden auf der Straße – mit Pausen bei Ödeshög und Markaryd, einer Pipipause in Dänemark, Fahrerwechseln und einem nächtlichen Tankstopp bei Bispingen. Doch diesmal reisten wir mit einem anderen Gefühl: erschöpft, aber erfüllt und glücklich.
Am frühen Morgen erreichten wir Halle an der Saale. Bei Himmelkron gerieten wir zum Schulanfang noch einmal in dichten Verkehr. Um 8:45 Uhr rollten wir schließlich wieder in Büchenbach-Tennenlohe ein. Als das Wohnmobil zum Stehen kam, lagen 3.600 Kilometer, unzählige Eindrücke und ein kleines großes Abenteuer hinter uns.
Ein erfolgreicher Ausblick
Inzwischen hat die Ultraschalluntersuchung bestätigt, dass Samba tragend ist. Damit hat unsere sorgfältig vorbereitete Reise nach Schweden zu dem erhofften Ergebnis geführt. Wir freuen uns sehr über diese positive Nachricht und begleiten Samba in den kommenden Wochen weiterhin aufmerksam und verantwortungsvoll. Die Welpen aus der Verpaarung von Samba de Janeiro und Eternity’s Vali werden voraussichtlich Mitte November 2026 erwartet. Bis dahin steht Sambas Wohlbefinden für uns an erster Stelle. Mit großer Vorfreude blicken wir der Geburt und der weiteren Entwicklung dieses besonderen Wurfes entgegen.
Hintergrundinformationen zu Eternity’s Vali
Vater: Chatmar Iceman | Mutter: Eternity’s Grimoire
Vali‘s direkte Abstammung geht somit auf einen der berühmten Urväter zurück: Grimm van de Hoge Laer.
Bevor für uns eine solche Reise beginnt, stehen viele Stunden sorgfältiger Recherche. Zu Eternity’s Vali und seiner Familie lagen Gesundheitsinformationen von insgesamt 81 Hunden vor – darunter Nachkommen, Vollgeschwister, Eltern und weitere Vorfahren. Manche Hunde waren aufgrund ergänzender Einträge in mehreren Datenbanken erfasst.
Die Daten übermittelten wir in drei umfangreichen Excel-Chargen an die Dogbase – gruppiert, klassifiziert und für jeden Hund mit direkten Verweisen auf die offiziellen Gesundheitsergebnisse. Hinter diesen nüchternen Zahlen steckt für uns etwas sehr Persönliches: die Verantwortung, eine Verpaarung so gewissenhaft und transparent wie möglich vorzubereiten.
Einbezogen wurden offizielle Datenbanken aus Schweden, Großbritannien, Finnland und den USA.
Bei unserer Reise in 2025 nach Schweden und Dänemark hatten wir mit den Ausstellungen in beiden Ländern auch Besuchstermine bei den Rüdenbesitzern eingeplant.
Danke an unsere Züchtereltern
Wenn wir unsere Caro und unseren Günter nicht hätten – wo wären wir heute?
Ganz sicher nicht dort, wo wir jetzt stehen.
Caro steht uns schon seit der ersten Planung mit Rat und Tat zur Seite. Caro und Günter begleiten uns bei den Zuchtvorbereitungen und, wenn es darauf ankommt, sogar bei der Deckung. Diese Unterstützung ist für uns alles andere als selbstverständlich.
Wir sehen uns noch immer als Lernende. Doch wenn wir etwas tun, möchten wir es richtig, aufrichtig und mit allen Konsequenzen tun. Jeder Hund, jede Verpaarung, jeder Welpe und jede neue Familie lehren uns etwas. Caro und Günter teilen mit uns ihre Erfahrung, ihre Geschichten und ihr Wissen. Sie schenken uns Sicherheit, Zuspruch und ehrliches Feedback – und sind da, wenn aus einem Gedanken ein Plan und aus einem Plan eine große Reise wird.
Wir sind nicht immer einer Meinung. Aber uns verbindet dasselbe große Ziel: für jede Verpaarung die bestmögliche Kombination zu finden und unsere Linien verantwortungsvoll weiterzuentwickeln. Dafür sind wir von Herzen dankbar.